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"In jedem von uns steckt ein Held"
Sechs Skilangläuferinnen und –langläufer der Integra GmbH beteiligten sich in der Zeit vom 28.2.11 bis 4.3.11 an den Nationalen Winterspielen von Special Olympics Deutschland in Altenberg/Sachsen. Und das mit Erfolg! Mit insgesamt neun Medaillen konnte die Odenwälder als Helden Anfang März die Heimreise antreten.
Special Olympics ist die größte Sport-Organisation für Menschen mit geistiger Behinderung mit jährlich stattfindenden Wettbewerben überall auf der Welt.
Versetzt im 2-Jahres-Rhythmus finden die nationalen Sommer- und Winterspiele statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen in den Wettbewerben an ihre Grenzen. Nicht die Wettkämpfe gegen Andere stehen im Vordergrund, sondern eher die Kämpfe mit sich selbst. Bei den Special Olympics treten die Athletinnen und Athleten im Wettstreit gegen ähnlich starke Sportlerinnen oder Sportler an. „Das ist das Besondere bei den Special Olympics“, so Rainer Schnellbacher „Hier hat jeder die Chance aufs Treppchen zu kommen“. Getreu dem Motto steckt also in jedem ein Held. Mit 620 Athletinnen und Athleten aus 13 Bundesländern und vier ausländischen Delegationen erzielten die Nationalen Winterspiele 2011 einen Teilnehmerrekord. Den Athletinnen und Athleten standen insgesamt 241 Betreuerinnen und Betreuer, sowie rund 100 Familienangehörige zur Seite. Dazu kamen 350 freiwillige Helferinnen und Helfer, die unermüdlich und mit Begeisterung im Einsatz waren.
Überaus erfolgreich gestalteten sich die Spiele für die Athletinnen und Athleten der Integra. Hier sind besonders die beiden Bronzemedaillen der blinden Langläuferin Tanja Steidl in den Gleitwettbewerben über 50m und 100m hervorzuheben. Tanja Steidl ist die zweite blinde Langlaufathletin, nach Costa Giomelakis 2009 in Inzell, der es gelang, nach Absolvierung der Grundschulung in Oberstdorf und erfolgreicher Teilnahme an den Thüringer Langlauftagen in Oberhof, bei den Special Olympics National Games aufzutrumpfen.
Die insgesamt neun Medaillen, die die Athletinnen und Athleten mit in den Odenwald brachten, sind Beleg für eine ausgezeichnete Grundausbildung in den vorausgegangenen Lehrgängen in Oberstdorf. Hier kann Rainer Schnellbacher von den Begleitenden Diensten der Integra GmbH mittlerweile auf mehrjährige Erfahrungen im Wintersport zurückblicken. Skilanglauf ist nach wie vor ein wichtiger Baustein im Förderungskonzept. Den meisten Menschen ist zwar das „Material“ Schnee bekannt und viele haben schon einige Erfahrungen im Schnee gesammelt, aber speziell für Menschen mit Behinderung ist die Fortbewegung mit Skiern Neuland. Gerade hieraus resultieren aber auch ungeahnte Möglichkeiten der Körpererfahrung, der Materialerfahrung und der Sozialerfahrung. Bei geistig behinderten, schwerst- oder mehrfachbehinderten Menschen ist eine Erlebnisorientierung von großer Bedeutung. Der Umgang mit dem eigenen Körper muss häufig systematisch in vielfach variierten Situationen neu erfahren und erlebt werden. Große Bedeutung erhält hierbei der Aufbau einer emotionalen Beziehung durch konstante Bezugspersonen auf der Basis von gegenseitigem Vertrauen und Akzeptanz. Das Schaffen solcher Voraussetzungen ergibt sich aus der Teilhabe an den verschiedensten Angeboten des Jahresprogramms der Begleitenden Dienste in den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) der Integra. Daraus kann sich dann die Teilnahme an einer Schulungsmaßnahme im Wintersport ergeben, die schließlich in einem Start bei Wettkämpfen gipfelt, z.B. den Special Olympics Winterspielen, wie es dieses Jahr in Altenberg wieder der Fall war.
Weitere Ergebnisse
Ebenfalls in den Gleitwettbewerben über 50m und 100m errang Sven Schöngart zwei Silbermedaillen. Das herausragende Ergebnis über die gleichen Strecken gelang Jürgen Hofmann mit dem Gewinn zweier Goldmedaillen.
Über die längeren Distanzen – 500m und 1000m – gingen drei weitere Athletinnen und Athleten an den Start. Mike Meyer konnte hier mit einer Gold- und einer Silbermedaille glänzen. Svetlana Kutenkova errang eine Bronzemedaille und erreichte einen siebten Platz. Christa Brauch musste sich, mit wenigen Hundertstel knapp geschlagen, mit zwei vierten Plätzen zufrieden geben. Auch dies waren hervorragende Platzierungen, hatte sie doch, getreu dem Motto:“ Lass mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lass mich mutig mein Bestes geben!“ genau Letzteres getan. Die einzelnen Beispiele der Langlauf-Crew der Integra sind mit Sicherheit auch Motivation für andere Menschen mit Behinderung, um vielleicht bei den nächsten Winterspielen ähnlich erfolgreich zu sein.
