Integra gGmbH - Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Arbeit

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Jetzt geht es richtig los

Mümling-Grumbach. „Unglaublich – es ist schon wieder vorbei. Ihr habt es nun geschafft und ich bin froh, dass jeder von Euch seinen Platz gefunden hat“, so Beate Kellermann vom Sozialdienst der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Mümling-Grumbach. Nach zwei Jahren und drei Monaten wurden Michaela Schembs, Marcel Fehr, Kevin Kernke und Michael Putz offiziell mit einer Urkunde aus dem Berufsbildungsbereich verabschiedet. Die erbrachte Leistung ist vergleichbar mit dem Abschluss einer Berufsausbildung. Für die „Neuen“ in der Werkstatt ist wichtig das zu sehen und zu erleben. Das Leben ändert sich und ab jetzt geht es richtig los.

Im Spätsommer 2009 begann der neue Lebensabschnitt für die vier Absolventen. Nun halten sie stolz ihre offizielle „Entlassungsurkunde“ in der Hand. „Ihr seid trotzdem jederzeit bei uns willkommen“, so Carmen Kellermann, Gruppenleitung im Berufsbildungsbereich bei der großen Abschiedsfeier. Mit diesem Wissen wird auch für die vier Absolventen ein sanfter Übergang geschaffen. Alle vier fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz wohl, wissen, dass sie nicht alleine sondern unter Freunden sind.

Das Berufsbildungsverfahren ist der Einstieg in die Werkstatt für behinderte Menschen. Es richtet sich an Schulabgänger einer Schule für praktisch Bildbare und Quereinsteiger, d. h. an Menschen mit einer Behinderung. Dieses Verfahren ist aufgeteilt – im Eingangsverfahren und der Berufsbildung. Die Werkstattneulinge können im dreimonatigen Eingangsverfahren entscheiden, ob dies die richtige Maßnahme für sie ist. Ein mehrwöchiges individuelles Orientierungspraktikum kann vorgeschaltet werden. So werden die „Neuen“ mit der Werkstatt und der Umgebung, aber auch mit den Strukturen dort vertraut gemacht. Sie lernen die verschiedenen Arbeitsbereiche der Werkstatt wie z. B. die Küche, die verschiedenen Produktions- und Arbeitsgruppen, die Reinigungsgruppe der Integra Dienstleistung GmbH, das Metallwerk in Erbach, die Wäscherei, den Landschaftsbau bis hin zum CAP-Markt kennen. In diesen drei Monaten, gleichgesetzt einer Probezeit, wird insbesondere die Werkstattfähigkeit geprüft. Die jungen Menschen haben in dieser Zeit die Möglichkeit, sich gut und sicher in der neuen Umgebung zu bewegen und sich einzuleben. Anschließend beginnt die eigentliche „Ausbildungszeit“ – die Zeit der Qualifizierung. Es werden gezielt Schulungen in den verschiedenen Produktions- und Dienstleistungsbereichen angeboten. Arbeitserfahrungen werden in Form von verschiedenen Praktika intern wie extern gesammelt. Die Neigungen und Fähigkeiten des Einzelnen werden hier genau beobachtet um im Anschluss einen geeigneten Platz in der Werkstatt oder einen Außenarbeitsplatz zu finden. „Unser Hauptjob ist es aber, uns um die Belange unserer Beschäftigten zu kümmern. Wir schauen genau hin, was wer benötigt und freuen uns an der sichtbaren Weiterentwicklung jedes Einzelnen“, so Carmen Kellermann. Gemeinsam mit Gunther Fath, Thomas Lehrian und einer Praktikantin im Anerkennungsjahr unterrichtet sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Wir möchten den jungen Leuten möglichst viel mit geben und Arbeitsmöglichkeiten schaffen, damit jeder seinen Interessen und Fähigkeiten entsprechend seinen Platz findet“, so Kellermann weiter. Und genau das wurde bei der Feierstunde am 30. November 2011 in der Werkstatt in Mümling-Grumbach deutlich. Stolz aber auch mit gemischten Gefühlen nahmen Michaela Schembs, Marcel Fehr, Kevin Kernke und Michael Putz ihre Urkunden entgegen. Ab jetzt geht es richtig los. Marcel wechselt in die Küche. Michaela hat ihren Platz in einem der beiden Produktionsbereiche der Werkstatt gefunden. Kevin bekommt einen „Sonderposten“ und wird zukünftig als Assistent der Gruppenleitung im Berufsbildungsbereich eingesetzt. Bei Michael hat sich schon relativ früh gezeigt, dass er im Metallwerk in Erbach arbeiten möchte. Hier hat er seinen Platz gefunden.

Für die erbrachten Leistungen brauchte es Mut und Vertrauen – Vertrauen in Andere und in sich selbst. Deshalb sind die Absolventen auch zu recht stolz auf das Erreichte. Kevin Kernke brachte es dann noch auf den Punkt. In einer kleinen Dankesrede bedankte er sich für die Unterstützung. „Ohne Euch hätte ich es nie geschafft!“

Nähere Informationen zum Berufsbildungsbereich erteilt Frau Carmen Kellermann unter der Rufnummer (06163) 93 26 22.